Carlos Prieto hat einen perfekten Abend

12.01.20

TSV Lohr – HT München 30:23 (14:11)

Als Carlos Prieto, spanischer Kreisläufer in Diensten des TSV Lohr, direkt nach dem Abpfiff des Bayernliga-Spiels gegen HT München am Samstagabend darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass die Auswahl seines Heimatlands bei der Europameisterschafts-Vorrunde im norwegischen Trondheim kurz zuvor das deutsche Handball-Team souverän mit 33:26 besiegt hatte, entgegnete der 39-Jährige zunächst etwas ungläubig: "Wirklich?"

Und nach kurzem Durchschnaufen erklärte der Ex-Nationalspieler, der mit aktuellen Akteuren der spanischen Auswahl wie Raul Entrerios oder Julen Aguinagalde noch selbst für Spanien gespielt hatte: "Dann ist es für mich ein perfekter Abend." Schließlich hatten nicht nur Prietos alte Kumpels an der norwegischen Westküste gewonnen, sondern auch das Team, für den der Routinier aktuell spielt. Nämlich der TSV Lohr. 30:23 (14:11) gegen HT München stand es am Ende für die Gastgeber in der Spessarttorhalle, die die Bayernliga-Hinrunde damit mit 16 Pluspunkten weit, weit weg von der Abstiegszone beendeten.

Abklatschen mit den Anhängern in der Lohrer Spessarttorhalle nach dem Sieg über HT München: Carlos Prieto (vorne rechts), Kreisläufer des TSV Lohr.

Foto: Uli Sommerkorn

Da konnte es Prieto auch gut verkraften, dass er an diesem Samstagabend nicht der Hauptdarsteller war. Zwar sorgte er im Verbund mit Kapitän Lukas Horky im Innenblock der Abwehr für Stabilität, doch vorne bekam der 2,03-Meter-Mann kaum verwertbare Anspiele. Das lag nicht zuletzt an der Münchner Abwehr, die extrem offensiv agierte und die die Lohrer weit weg vom Tor immer wieder in Zweikämpfe verwickelte. So kam wenig Spielfluss auf bei den Gastgebern, dafür herrschte bisweilen Hektik.

Und Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt bekannt gar: "Ganz zufrieden bin ich nicht." Zu viele technische Fehler habe sich sein Team geleistet. Dass die Lohrer zur Pause aber dennoch in Führung lagen, hatten sie vor allem ihrem Torwart Tamas Szabo zu verdanken. Der Ungar war mehrmals zur Stelle, wenn die Gäste nach Lohrer Ballverlusten frei vor ihm auftauchten.

Fünf Tore durch Spielertrainer Maximilian Schmitt

Erst nach dem Wechsel bekamen die Gastgeber das Geschehen langsam in den Griff. Das lag nicht zuletzt an ihren größeren Wechselmöglichkeiten. Während die Gäste ihren Protagonisten im Rückraum kaum Pausen gönnten, veränderte das TSV-Team immer wieder seine Formationen. So griff Spielertrainer Schmitt erst kurz vor der Pause selbst ins Geschehen, setzte dann aber gerade im zweiten Abschnitt nicht nur wegen seiner fünf Treffer entscheidende Akzente.

"Wir waren anfangs wohl etwas nervös. Aber dann haben wir die Sache in den Griff gebracht", fasste Lohrs Rückraumspieler Jonas Scheiner die Partie zusammen. Gleichwohl sah das Endergebnis von 30:23, zu dem Youngster Theo Röder den 30. Treffer beisteuern konnte, sicher besser aus, als es das Spiel aus Lohrer Sicht war. Doch das ist bei einem Team, das in den letzten beiden Runden beinahe zweimal abgestiegen wäre, schon jammern auf hohem Niveau.

Zumal die Lohrer bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den TSV Friedberg die Chance haben, ihre gute Bilanz auszubauen. Und vielleicht hat dann ja Carlos Prieto erneut Grund zur Freude. Und zwar, wenn sein Lohrer Team gewinnt und seine alten Kumpels von der spanischen Nationalmannschaft vielleicht schon im EM-Hablfinale stehen.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo, T. Scheiner (1 Siebenmeter) – Th. Röder 1, Seltsam 3, M. Schmitt 5, J. Röder 2, J. Scheiner 2, J. Schmitt 7/4, Prieto 1, Born 1, Horn 1/1, Gehl 1, Zehnter 4, Horky 2.

München: Allmendinger 1 (1. – 23., 38. – 60.), Kussmaul 1 (23. – 38.) – Benecke 3/1, Riesenberger, Behm, Elmer, Epp, Braun, Hermann 3, Dauhrer 1, Gräsl 4, Mamoka, Heinle 6/1, Schmid 4.

Schiedsrichter: Murrmann/Murrmann (Nürnberg).

Zeitstrafen: 6:4.

Siebenmeter: 6/5 – 3/2.

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 3:4 (8.), 8:8 (19.), 13:10 (29.), 16:12 (32.), 17:15 (38.), 23:27 (47..). 28:21 (56.).

Quelle: Main-Post

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