Die Lohrer zwingen das Glück

TSV Lohr – DJK Rimpar II 28:25 (14:10)

Fast das ganze Jahr 2018 war die Spessarttorhalle zum Selbstbedienungsladen für Gästeteams verkommen, von Januar bis Dezember gewann das Heimteam vom TSV Lohr dort elf Monate lang kein Ligaspiel mehr. Dass die Lohrer mittlerweile im Rennen um den Klassenerhalt wieder dabei voll sind, ist vor allem die Konsequenz wiedergewonnener Heimstärke. Der 28:25-Derbyerfolg über die DJK Rimpar II war für das Team von TSV-Trainer Mirko Pesic bereits der vierte Heimsieg in Folge. „Wenn bei uns die Kräfte ausgehen, dann ist das Publikum da und hilft uns. Das ist fantastisch“, erklärte Pesic nach dem Spiel gegen den unterfränkischen Rivalen.

Er verkörpert den derzeitigen Lohrer Aufwärtstrend: Winter-Neuzugang Ivan Majic, der seine Mitspieler immer wieder motivierte, sieben Tore erzielte und zwei Siebenmeter herausholte. Foto: Yvonne Vogeltanz

Ivan Majic kaum zu halten

Gegen die Rimparer Zweitliga-Reserve hatten seine Spieler in der ersten Hälfte engagiert verteidigt, vorne klug gespielt und immer wieder den Weg über Ivan Majic gesucht. Der kroatische Kreisläufer erzielte im ersten Abschnitt sechs Tore und holte einen Siebenmeter heraus. „Wir wussten um seine Qualität, aber konnten ihn trotzdem nicht halten“, sagte Rimpars aus Lohr stammender Rückraumspieler Maximilian Wirth, der die Abwehrspieler seines Heimatvereins ausgiebig beschäftigte und insgesamt sechs Treffer erzielte.

Beiderseits namhafte Ausfälle

Sein Trainer Janko Skrbic bemängelte ferner das schwache Abschlussverhalten der Gäste, insgesamt leistete sich Rimpar 18 Fehlwürfe. Zudem verkraftete die DJK die Ausfälle ihres Kreisläufers Nicolas Gräsl (berufliche Gründe) und ihres Spielmachers Julius Weinhardt (verletzt) weitaus schlechter als Lohr das Fehlen seiner Routiniers Janis Gremzde (berufliche Gründe) und Lukas Horky (Entzündung im Fuß).

Trotzdem kam die Zweitliga-Reserve nach der Pause heran, weil sie nun Ivan Majic besser in den Griff bekam. Dass ihr nach einem 10:14-Pausenrückstand dennoch nie der Ausgleich gelang, lag daran, dass auf Lohrer Seite nun die Rückraumspieler Jannik Schmitt und Bohuslav Zeleny immer mehr Verantwortung übernahmen und wichtige Treffer erzielten.

Und auch das Glück war in den entscheidenden Situationen immer wieder auf Lohrer Seite. So zum Beispiel Mitte der zweiten Hälfte, als die Rimparer beim Stand von 22:20 bei Gegenstößen zweimal auf das Lohrer Tor zuliefen. Doch einmal parierte TSV-Keeper Tom Scheiner mit langem Arm gegen den Wurf von Maximilian Wirth, wenig später warf Benedikt Gräsl an die Latte. Im direkten Gegenzug fand ein abgefälschter Wurf von Jannik Schmitt, der an Keeper Markus Leikauf vorbei ins Netz hoppelte, den Weg zum 23:20 ins Rimparer Tor. Kurz darauf waren wiederum Schmitt und Bohuslav Zeleny mit weiteren abgefälschten Würfen erfolgreich, die den Gastgeber endgültig den Weg zum Sieg ebneten.

Konkurrenz punktet ebenfalls

„Wir haben das Glück heute etwas erzwungen“, betonte Jannik Schmitt und wies auf das in den letzten Wochen gestiegene Selbstvertrauen bei seiner Mannschaft hin: „Wir geben 100 Prozent und glauben an uns. Da macht man eben auch einmal so eine Art die Tore.“ Den von Janik Schmitt angesprochenen Glauben an die eigene Stärke werden die Lohrer wohl auch weiterhin brauchen. Denn der Derbysieg über Rimpar hat sie im Abstiegskampf nur einen kleinen Schritt vorangebracht. Denn die Konkurrenz aus München, Regensburg, Landshut und Rothenburg hat ebenfalls gepunktet, so dass es im Tabellenkeller wohl bis zum Saisonende eng zugehen dürfte.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo, T. Scheiner – Zeleny 9/3, Seltsam 2, L. Schmitt 1, Röder 1, L. Schmitt (n. e.), J. Schmitt 5, Majic 7, Born, Horn 1, Gehl, Zehnter 2.

Rimpar: Leikauf, Hruschka (n. e.) – Fischer 2, Hofmann, Keidel 1, Mohr 3, Grammel (n. e.), Karle 10/1, Henning (n. e.), B. Gräsl, Huber 3, Wirth 6, Noack (n. e.).

Schiedsrichter: Berghammer/Kalina (Bayreuth).

Zeitstrafen: 4:6.

Siebenmeter: 3/3 – 2/1.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 4:1 (8.), 5:4 (10.), 11:7 (23.), 14:9 (30.), 15:13 (35.), 17:16 (40.), 19:16 (42.), 21:20 (48.), 25:23 (57.), 27:23 (59.).

Quelle: Main-Post

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