Für die Lohrer kommt der Gipfel in Sicht

09.02.20

TSV Lohr – TG Landshut 28:25 (11:11)

Beim 28:25 über die TG Landshut entthront das TSV-Team in einer hektischen Partie den Tabellenführer. Und hat am kommenden Samstag gleich das nächste Spitzenspiel.

Fünfter Sieg in Serie. Nur noch vier Minuspunkte hinter dem neuen Tabellenführer Haspo Bayreuth. Nach dem 28:25-Heimerfolg, mit dem Lohr die TG Landshut als Tabellenführer entthronte, ist für das TSV-Team nun sogar der Gipfel, sprich die Tabellenspitze der Handball-Bayernliga, in Sichtweite. Und am kommenden Samstag, 15. Februar, steht für die Lohrer beim Dritten in Günzburg bereits das nächste Spitzenspiel an.

"Wenn wir so spielen, dann können wir jeden schlagen", machte Jannik Schmitt nach dem Erfolg über Landshut klar. Allerdings dürfte der Lohrer Rückraumspieler mit seiner selbstbewussten Aussage nicht auf hohe Handballkust angespielt haben, die es im Spiel gegen Landshut sicher nicht zu bewundern gab, sondern die große Leidenschaft, mit der seine Mannschaft zu Werke geschritten war. Diese Leidenschaft war der entscheidende Trumpf des siegreichen Teams gewesen.

Hinten bärenstark, vorne kaum zu halten: Lohrs Lukas Horky (Mitte) setzt sich gegen Landshuts Daniel Scheibengraber (links) durch.

Foto: Yvonne Vogeltanz

Denn die Gastgeber steckten vor 500 Zuschauern auch manches weg, was nicht klappte. Im Angriff trafen sie oft falsche Entscheidungen, ließen den Ball zu wenig laufen und verhedderten sich in Eins-gegen-eins-Aktionen. Zudem hatte sich Abwehrspezialist Carlos Prieto bereits in der ersten Hälfte zwei Zwei-Minuten-Strafen eingehandelt. Bei der nächsten Hinausstellung hätte es Rot gegeben für den 96-fachen spanischen Nationalspieler.

Trotzdem überzeugten die Lohrer mit einer überragenden Abwehrleistung, was nicht zuletzt ein Verdienst von Prietos Nebenmann im Lohrer Innenblock, Lukas Horky, war. Der 1,96 Meter große Tscheche bestach in seinem Defensivspiel durch eine nahezu ideale Verbindung von Schnelligkeit und Konsequenz. Der Lohrer Kapitän, der ein paar Tage zuvor seine Zusage für die neue Saison gegeben hatte, strahlte nach dem Abpfiff, als er auf der Tribüne seinen kleinen Hund Empfang nahm. Zumal er mit sechs Treffern auch noch erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft gewesen war. "Hinten war das richtig gut. Vorne habe ich heute die Tore gemacht, das nächste Mal ist es wieder ein anderer", machte Horky, dass trotz seiner sechs Treffer seine Priorität auf der Defensivarbeit liegt.

"Die Entscheidung im Spiel ist in der zweiten Hälfte gefallen", machte Landshuts Trainer Markus Böhner klar. "Da haben wir zu viel verworfen." Denn Mitte des zweiten Durchgangs parierten die Lohrer Keeper Tom Scheiner und Tamas Szabo zwei Siebenmeter-Strafwürfe der Niederbayern. Zudem hatten die Gäste Probleme mit der Lohrer Deckung, die oft mit zweifacher bisweilen auch mit einfacher Manndeckung gegen die Rückraumspieler der TGL operierte. "Wir haben uns darauf vorbereitet, aber nicht umgesetzt, was wir geübt haben", stellte Böhner fest, der ferner betonte, dass der Drittliga-Aufstieg für seine Mannschaft trotz des nun zweiten Platzes keineswegs ein Thema sei: "Ich glaube nicht, dass irgendeine Mannschaft aus der Bayernliga in ihrer gegenwärtigen Besetzung in der Dritten Liga eine Chance hätte."

Mit solchen Gedankenspielen beschäftigen sie sich in Lohr derzeit nicht, obwohl der Gipfel nun in Sichtweite ist. Schließlich sind es ja noch ein paar Punkte bis zu Platz eins, immerhin vier Teams liegen noch vor den Lohrern. Die genießen derzeit scheinbar nur die Leichtigkeit ihres Seins: "Wir freuen uns auf die nächsten neun Spiele", erklärte TSV-Spielertrainer Maximilian Schmitt. Aber wohl vor allem auf das nächste Spitzenspiel am Samstag in Günzburg.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: T. Scheiner, Szabo (2 Siebenmeter) – Seltsam 3, M. Schmitt 3, J. Röder, L. Schmitt, J. Scheiner (n. e.), J. Schmitt 5/1, Prieto 4, Sicheneder (n. e.), Horn 4/4, Gehl, Zehnter 3, Horky 6.

Landshut: A. Müller (1. – 30., 49. – 60.), Sigl (31. – 49.) – Schindlbeck 1, Christ 1, Gretsch 1, Scheibengraber 2, M. Müller 2, Auernhammer, Moritz 3, Kabashi 4, Obermayr, Eichinger 5/2, Koprek 6.

Schiedsrichter: Hehn/Tauchert (Stadeln).

Zeitstrafen: 3:4.

Siebenmeter: 6/5 – 4/2.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 3:1 (6.), 5:5 (16.), 10:8 (27.), 11:11 (29.), 15:15 (40.), 19:16 (46.), 22:18 (50.), 23:22 (54.), 25:22 (56.), 26:24 (59.).

Quelle: Main-Post

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