In guter Position, aber nicht gerettet

TSV Lohr – TG Landshut 30:27 (15:10)

Nach dem Schlusspfiff stellte sich auf Lohrer Seite so etwas wie wohlige Entspanntheit ein. So, als sei die Saison schon vor dem letzten Auswärtsspiel am kommenden Samstag, 4. Mai, in Rothenburg gelaufen. Handball-Abteilungsleiter Matthias Hartmann hatte nach dem 30:27-Sieg gegen die TG Landshut im Foyer eine Verabschiedung der scheidenden Spieler (Ivan Majic, Bohuslav Zeleny, Janis Gremzde, Ferdinand Schmitt) und Trainer (Chefcoach Mirko Pesic und Assistent Gerald Schmitt) organisiert und alle mit warmen Worten bedacht. Besonders Gerald Schmitt stand im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nach 19 Jahren als Co-Trainer und Teammanager flimmerten Videobotschaften zahlreicher Ehemaliger (von Stefan Schüßler über Frank Rossner bis hin zu den Spieß-Brüdern) über eine Leinwand, die dem 50-Jährigen alles Gute für seinen handballerischen Ruhestand wünschten.

Traf siebenmal bei seiner Abschiedsvorstellung vor eigenem Publikum: Lohrs Ferdinand Schmitt (vorne), verfolgt vom Landshuter Matthias Müller. Foto: Yvonne Vogeltanz

Zuvor hatte die Mannschaft mit dem Sieg gegen Landshut ihren Teil zum gelungenen Abend beigetragen. Durch die zwei Punkte ist klar: Lohr kann nicht mehr auf einen der vier sicheren Abstiegsplätze zurückfallen und im ungünstigsten Fall noch Zehnter werden. Der Zehnte steigt nur dann ab, wenn Meister HSC Bad Neustadt in der scheitern sollte. Also Lohr hat nach dem vorletzten Spieltag beste Karten, aber es eben noch nicht ganz geschafft.

Dass sich das Team, das im November noch Tabellenletzter gewesen war, sich eine derart gute Ausgangsposition erarbeitet hat, war durch einen Kraftakt im Spiel gegen Landshut möglich geworden. "Wir haben in der Abwehr einen enorm hohen Aufwand betrieben", lobte Trainer Mirko Pesic den engagierten Auftritt seiner Mannschaft. Und auch seine Torhüter Tamas Szabo und in den Schlussminuten Tom Scheiner trugen mit ihren Paraden ihren Teil zum Erfolg bei.

"Schwierig wurde es dann, als ich meinen Schlüsselspieler ersetzen musste", kommentierte Pesic den Ausfall von Jannik Schmitt. Der Regisseur hatte sich in der ersten Hälfte, als er einen doppelten Kempatrick erfolgreich abschloss, an der Leiste verletzt. Danach fehlte den Hausherren ihr kreativer Kopf.

Doch seine Teamkollegen kompensierten sein Fehlen. Besonders die ausscheidenden Spieler Ferdinand Schmitt (zum HSC Coburg II), Janis Gremzde (nach Lettland), Bohuslav Zeleny (Karriereende) und Ivan Majic (Ziel unbekannt) waren in der zweiten Hälfte da, als sie gebraucht wurden. So warf es die Lohrer dann auch nicht um, als Landshut einen zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstand auf 19:22 verkürzt hatte. Die Hausherren fanden immer wieder eine Antwort.

Die unterlegenen Landshuter haben es übrigens in der Hand, den Lohrern am kommenden Wochenende eine stressfreie Fahrt nach Rothenburg zu bescheren. Gewinnen sie ihr Nachholspiel am Mittwoch, 1. Mai, bei HT München, dann ist das Team von Mirko Pesic gerettet. Egal, wie die Ergebnisse des letzten Bayernliga-Spieltags lauten und wie der HSC Bad Neustadt in der Relegation spielt.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo (1. – 55.), T. Scheiner (55. – 60.) – Zeleny 8/3, Seltsam 4, F. Schmitt 7, Röder2, Gremzde 1, J. Schmitt 3, Majic 3, Born, Gehl, Zehnter, Horky 2.

Landshut: Sigl (1. – 19., 31. – 60.), A. Müller (19. – 27.), Karan (27. – 30.) – Böhner, Schindlbeck 3, Christ, Gretsch 4, M. Müller 11, Auernhammer, Kabashi 6/1, Obermayr 1, Elezovic, Berndl, Eichinger 2/1.

Schiedsrichter: Behrens/Dechert (Nürnberg).

Zeitstrafen: 5:3.

Rot: Horky (55., Lohr, Foulspiel).

Siebenmeter: 3/3 – 3/2.

Zuschauer: 550.

Spielfilm: 5:1 (10.), 6:5 (17.), 9:9 (23.), 12:9 (26.), 15:10 (30.), 19:11 (37.), 22:19 (47.), 25:20 (49.), 30:25 (57.).

Quelle: Main-Post

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