Ivan Majic gibt Lohr wichtige Impulse

27.01.19

TSV Lohr – HaSpo Bayreuth 30:26 (13:8)

Als alles geschafft war, ballte Ivan Majic beide Fäuste und strahlte. „Jaaaa, auf geht's“, rief der kroatische Kreisläufer nach dem 30:26-Sieg über HaSpo Bayreuth, bei dem er seinen Einstand ins Lohrer Team gegeben hatte. Und während die heimischen Zuschauer in der Spessarttorhalle noch applaudierten, erklärte der 22-Jährige: „Das hat Spaß gemacht!“

Neues Selbstvertrauen

Fast schien es so, als seien mit Ivan Majic Spielfreude und Selbstvertrauen ins Lohrer Team zurückgekehrt. Das hatte nach Januar 2018 elf Monate lang kein Punktspiel mehr in eigener Halle gewonnen und war in große Abstiegsnot geraten. Dann folgte am Dritten Advent ein Zittersieg über den direkten Konkurrenten aus Rothenburg. Sechs Wochen danach jedoch geriet die Vorstellung gegen Bayreuth schon weitaus überzeugender. Fast schien es so, als sei in der in der Winterpause gekommene Majic mit seiner Erstliga-Erfahrung in Kroatien und Slowenien so etwas wie ein Impulsgeber gewesen, der den Lohrern eine Tür zu besseren Zeiten öffnet.

Teamwork: Lohrs Neuzugang Ivan Majic (links) feiert seinen Teamkollegen Markus Seltsam nach dessen Torerfolg. Foto: Yvonne Vogeltanz

Erstes Tor nach 89 Sekunden

Trotz seiner erst 22 Jahre war ihm das Bemühen anzumerken, die Mannschaft zu führen. Er sprach viel mit seinen Mitspielern, feuerte sie an und forderte immer wieder lautstarke Unterstützung des Publikum ein. In der Abwehr sorgte er im Verbund mit Lukas Horky im Innenblock der 6:0-Abwehr für Stabilität, fünf Treffer erzielte er, das erste bereits nach 89 Sekunden, zwei Siebenmeter holte er heraus. Dass seine Wurfquote sogar noch Steigerungspotenzial verhieß, merkte sein Trainer Mirko Pesic an, ohne die Leistung seines Neuzugangs schmälern zu wollen. „Seine Mitspieler sind froh, dass sie ihn haben. Sie suchen ihn“, sagte Pesic über seinen kroatischen Landsmann. Der Coach ergänzte: „Wichtig war, dass wir wieder mit Selbstvertrauen gespielt haben.“

Und das von der ersten Minute an. Gegen die Lohrer 6:0-Deckung fiel dem Gast aus Oberfranken vor allem aus dem Rückraum herzlich wenig ein, und vorne erarbeitete sich das TSV-Team Tor um Tor gegen eine extrem ausgerichtete 3:2:1-Abwehr. „Wir haben uns gesagt: Es ist ein neues Jahr, und wir haben uns vorgenommen, einen neuen Anfang zu machen“, erklärte TSV-Rechtsaußen Benjamin Horn, der sechs Tore und das wohl stärkste Spiel seit seinem Kreuzbandriss vor über zwei Jahren machte, warum sein Team eine ganz andere Körpersprache als in vielen Partien des Vorjahres gezeigt hatte. Und natürlich habe auch der Umstand, dass Ivan Majic in der Winterpause zum Team gestoßen war, eine große Rolle gespielt. Alles das bewirkte, dass die Gastgeber zur Pause schon einen klaren Vorsprung herausgeworfen hatten.

Wenig strukturiert

Allerdings sei auch gesagt, dass Bayreuth den Nachweis, ein Spitzenteam zu sein, schuldig blieb. Zwar agierte HaSpo aggressiv in der Abwehr und spielte immer wieder schnell nach vorne, doch die Angriffe wirkten häufig hektisch und wenig strukturiert. Selbst aus insgesamt neun Lohrer Zeitstrafen konnten die Oberfranken relativ wenig Kapital schlagen.

Schmitts wichtiger Treffer

Was aber beinahe noch für eine Wende im Spiel gesorgt hätte, war der Umstand, dass Bayreuths Coachs Michael Werner in den letzten zehn Minuten auf offene Manndeckung übers gesamte Feld umstellte. Lohr leistete sich nun zahlreiche Ballverluste, während die Gäste Tor um Tor aufholten. Als dann in dieser Phase mit Lukas Horky noch ein wichtiger Lohrer Spieler nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah, komplizierte dies die Situation weiter. Bayreuth war plötzlich wieder auf zwei Tore Differenz dran, doch drei Minuten vor Schluss fasste sich Lohrs Spielgestalter Jannik Schmitt ein Herz und beendete mit seinem Treffer zum 27:24 die Aufholjagd. Als die Schlusssirene ertönte, stand schließ ein 30:26 für den TSV auf der Anzeigentafel.

Kurz darauf schloss Lohrs Abteilungsleiter Matthias Hartmann seinen Neuzugang Ivan Majic in die Arme. Und dessen Miene sowie die Gesichter seiner Mitspieler verrieten, dass der Glaube an den Lohrer Klassenerhalt zurückgekehrt ist.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo, T. Scheiner (n. e.) – Zeleny 3/3, Seltsam 2, F. Schmitt 3, Röder, Gremzde, J. Schmitt 7, Majic 5, Born, Horn 6, Gehl, Zehnter, Horky 4.

Bayreuth: Hennig (1. – 46.), Brückner (46. – 60.) – Nicola 2, Hermannsdörfer 6, Kritzenthaler, Funke 1, St. Berghammer 2, Saborowski 6, Elschner 1, Meyer-Siebert 3, Wopperer, Goeritz 5, Klenk.

Schiedsrichterinnen: Wenzke/Kleinhenz (Garitz).

Zeitstrafen: 9:3.

Rot: Horky (55., Lohr, 3. Zeitstrafe).

Siebenmeter: 4/3 – 2/0.

Zuschauer: 450.

Spielfilm: 4:1 (12.), 6:4 (19.), 11:7 (28.), 15:9 (34.), 16:13 (40.), 22:16 (50.), 25:18 (53.), 26:24 (57.), 29:24 (59.).

Quelle: Main-Post

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