Kein Lohrer Wackeln nach Peter Wackels Auftritt

15.04.18

TV Erlangen-Bruck - TSV Lohr 27:34 (8:16)

Am Ende waren fast alle glücklich und in Feierlaune. Selbstredend die Sieger des Handball-Bayernliga-Spiels vom TSV Lohr, die mit ihrem 34:27 (16:8)-Erfolg beim TV Erlangen-Bruck einen riesigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht hatten und ein paar Minuten nach dem Abpfiff im Kreis durch die gegnerische Halle tanzten. Mit einem Heimerfolg am Samstag über Bayreuth können sie das Ticket für ein weiteres Jahr Bayernliga buchen.

So feiern die Lohrer: Die Gästespieler haben nach dem Schlusspfiff einen Kreis gebildet und freuen sich über die beiden wichtigen Punkte.

Foto: Harald Sippel

Aber auch die Erlanger, die bereits vor dem Spiel als Meister und Drittliga-Aufsteiger festgestanden hatten und nach der Partie gegen die Lohrer ihre erfolgreiche Saison feierten, waren nicht schlecht gelaunt. Da kriegten die Trainer Ben Ljevar und Roland Nixdorf Bierduschen aus großen Gläsern ab, und noch eine Stunde nach dem Abpfiff standen Erlanger Spieler mit alkoholischen Getränken auf dem durch den Gerstensaft recht klebrig gewordenen Hallenboden und genossen den Moment.

Gefeiert wurde bereits vor dem Spiel: Die Gastgeber ehrten ihre Meistermannschaften. Zur Pause gab dann Mallorca-Sänger Peter Wackel mit Liedern wie „Malle ist nur einmal im Jahr“ oder „Ich verkaufe meinen Körper“ Kostproben seines Schaffens, während sich die Gäste zeitgleich rund um ihre Bank auf die zweiten Spielhälfte vorzubereiten versuchten.

„Komische Atmosphäre“

„Das ist eine ganz komische Atmosphäre“, hatte Lohrs Trainer Bernd Becker vor dem Anpfiff zugegeben, dass er nicht so recht wusste, ob die ungewöhnlichen Begleitumstände denn für seine Mannschaft nützlich sein würden oder nicht.

Letztlich erwies die Situation für das TSV-Team als vorteilhaft. Erlangen-Bruck begann mit seiner zweiten Garnitur, die die Partie anfangs noch recht offen hielt. Doch just, als Mitte der ersten Hälfte die vermeintlich stärksten Erlanger, wie zum Beispiel der Ex-Lohrer Steffen Meyer, aufs Feld kamen, zog das Gästeteam davon. Meyer, der Topwerfer der Liga und normalerweise mit einer Siebenmetertrefferquote von über 80 Prozent, verwarf vor der Pause beide Strafwürfe, zu denen er angetreten war. Die TSV-Abwehr und Keeper Sven Hartig wurden immer stärker, und die Gäste kamen nach Ballgewinnen in der Defensive immer wieder zu einfachen Toren. Lohn dafür war eine Acht-Tore-Führung zur Pause. „Die erste Hälfte war bärenstark“, fasste auch Coach Becker zusammen.

Auch nach dem Auftritt von Peter Wackel wackelte Beckers Team zu keiner Phase und brachte den Vorsprung nach der Pause ungefährdet ins Ziel, weil die Gäste auf ständige Erlanger Deckungsumstellungen immer die richtige Antwort parat hatten. Egal, ob nun Lukas Horky vom Kreis oder Jannik Schmitt, Bohulav Zeleny oder Jonathan Born aus dem Rückraum – stets fiel den Gästen in der Offensive etwas ein.

Konzentriert bis zum Schluss

Dennoch antwortete Keeper Sven Hartig auf die Frage, wann er sich denn des Sieges sicher gewesen sei: „Wirklich erst zwei Minuten vor Schluss.“ Indiz dafür, dass der Schlussmann höchst vertieft in sein Spiel gewesen war, was sich in einer starken Leistung niederschlug. So durften er und seine Mannschaft nach dem Abpfiff jubeln.

„Die Lohrer haben völlig verdient gewonnen, weil sie den Sieg mehr gewollt haben“, lobte TVE-Coach Roland Nixdorf den Gast, trat aber Vermutungen entgegen, dass seinem Team in Erwartungen der anstehenden Feierlichkeiten das Spiel herzlich egal gewesen sei: „Wir wollten schon gewinnen. Aber natürlich ist es in unserer Situation schwer, die Spannung hochzuhalten.“

Für die Lohrer gab es an diesem Samstagabend eigentlich nur einen Wermutstropfen – nämlich die Verletzung ihres Außenspielers Ferdinand Schmitt. Der musste in der zweiten Hälfte mit lädiertem Knie vom Feld und könnte möglicherweise länger ausfallen.

U. Sommerkorn

Erlangen-Bruck: Göbel (1. – 30., 45. – 60.), Zapf (31. – 45) – Mücke 3, Hirning 1, Völcker 1, Mignon 2, Scholten 2, Eichhorn 4, Kohler, Duscher 2, Wolf 3, Mangen 2, Büttner 4/2, Meyer 2.

Lohr: Hartig, Szabo (1. Siebenmeter) – Zeleny 7/1, J. Scheiner (n. e.), F. Schmitt 5/1, Ferencsik (n. e.), Kralik, Gremzde 4. J. Schmitt 4, Born 4, Rahtz, Röder, Horn 4, Horky 6.

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees).

Zeitstrafen: 4:4

Siebenmeter: 5/2 – 2/2.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 4:2 (6.), 6:6 (12.), 7:6 (13.), 7:14 (23.), 8:17 (31.), 15:22 (39.), 17:25 (45.), 20:31 (53.), 24:32 (56.).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Meister-Kein-Lohrer-Wackeln-nach-Peter-Wackels-Auftritt;art798,9936923#paywallanchor

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