Lohr vernagelt sein Tor in den Schlussminuten

27.10.19

Komm in meine Arme: Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt (rechts) und Torwart Tamas Szabo (links) feiern Keeper Tom Scheiner (Mitte).

Foto: Heiko Becker

SG DJK Rimpar II – TSV Lohr 22:23 (10:11)

Der Mann der letzten Minuten saß nach dem Abpfiff des Unterfranken-Derbys mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Auswechselbank. Die vor einigen Jahren operierte Hüfte tat Tom Scheiner weh, so dass der in der zweiten Hälfte eingetauschte Lohrer Torwart die Ovationen nur eingeschränkt genießen konnte. Doch in den letzten fünf Minuten dieses Unterfranken-Derbys hatte der Schlussmann die Beschwerden ausgeblendet, sich ganz auf seinen Job konzentriert und alle Würfe, die auf sein Tor kamen, gehalten.

Zweimal hielt Scheiner auch Würfe von Rimpars Maximilian Wirth, der aus Lohr stammt und mit dem der Schlussmann lange Jahre gemeinsam in der Jugend gespielt hat. "Natürlich ist das in solch einer Situation ein Vorteil, dass du den Werfer gut kennst", gab Scheiner an.

Benjamin Horn behält die Nerven

Es war eine Endphase gewesen, in der beiden Mannschaften in der Offensive kaum noch etwas einfiel. Das entscheidende Tor entsprang dann einer Zufallsaktion. Nach einem Rimparer Block in der Abwehr fiel der Ball in die Hände von Lukas Horky, der nur durch ein Foul auf Kosten eines Siebenmeters zu stoppen war. Lohrs Spezialist vom Strich, Benjamin Horn, behielt die Nerven und brachte sein Team dreieinhalb Minuten vor Schluss mit 23:22 in Führung. Danach fiel kein Tor mehr, obwohl Rimpars Zweitliga-Reserve bei drei Angriffen noch die Gelegenheit zum Ausgleich hatte. "Wir sind einfach zu doof, unsere Chancen reinzubringen. Das hätten wir nicht verlieren müssen", erklärte Rimpars Lohrer, Maximilian Wirth, dessen Team auch nach dem sechsten Saisonspiel ohne Sieg dasteht.

Der Abpraller, der zum entscheidenden Siebenmetertor führte, war nicht die einzige Situation in den Schlussminuten, in der die Gastgeber kein Glück hatten. So werteten die Schiedsrichter aus dem mittelfränkischen Altenfurt 80 Sekunden vor Schluss eine Aktion von DJK-Linksaußen Matthias Keidel als Stürmerfoul, obwohl die Einheimischen nach einem Körperkontakt mit einem Abwehrspieler mit Vehemenz einen Siebenmeter forderten. So aber ging das Spiel für Rimpar verloren. Und in den kommenden Wochen dürfte es für die Zweitliga-Reserve nicht leichter werden, stehen doch zwei Auswärtsspiele bei den Spitzenteams in Günzburg und Landshut an.

Ganz anders ist die Stimmung bei den Lohrern, die vergangene Saison fast abgestiegen wären und sich nun in der vorderen Tabellenhälfte tummeln. "Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Aber ich glaube, dass wir in den entscheidenden Situationen den Sieg mehr gewollt haben", betonte Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt. Seine Mannschaft hat am kommenden Samstag gegen das Kellerkind aus Fürstenfeldbruck die Möglichkeit, das eigene Punktekonto auf 10:4 auszubauen. Der gelungene Saisonstart beflügelt augenscheinlich.

"Unsere Abwehr war gigantisch", betonte Torwart Tom Scheiner. Doch vorne lief das Spiel der Gäste meist nicht besonders flüssig. Doch in den entscheidenden Situation halfen da oft die Cleverness von Spielertrainer Schmitt oder des Tschechen Lukas Horky im Rückraum. Und sicher auch, dass eine Mannschaft, bei der es derzeit läuft, in kritischen Situationen oft das entscheidende Quäntchen Glück hat.

U. Sommerkorn

Statistik

Rimpar: Leikauf, Hruschka (n. e.) – Weber, Fischer, Hofmann, Keidel 2, Mohr 3, Karle 4, B. Gräsl 2, Kütt (n. e.), Märker, Wirth 5/1, Weinhardt 1, Dürr 5/1.

Lohr: Szabo (1. – 42.), T. Scheiner 1 (42. – 60.) – Seltsam, M. Schmitt 4, Röder 2, L. Schmitt, J. Scheiner, J. Schmitt 1, Prieto 4, Born (n. e.), Horn 3/2, Zehnter 1, Gehl 1, Horky 6.

Schiedsrichter: Murrmann/Murrmann (Altenfurt).

Zeitstrafen: 3:3.

Siebenmeter: 3/2 –2/2.

Zuschauer: 350.

Spielfilm: 3:6 (12.), 6:9 (20.), 12:11 (32.), 18:16 (44.), 18:18 (46.), 20:21 (52.), 22:22 (55.), 22:23 (57.).

Quelle: Main-Post

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