Lohr vor schweren Zeiten

07.10.18

TSV Lohr – TSV Friedberg 20:28 (8:16)

Das Gefühl, das bei den Lohrer Handballern nach dem Abpfiff der Partie gegen den TSV Friedberg vorherrschte, lässt sich wohl am ehesten mit Ernüchterung beschreiben. Diese rührte sicher daher, dass das Team von Trainer Bernd Becker bei der 20:28-Niederlage vor Augen geführt bekam, dass die Spitzenteams in der gegenwärtigen Verfassung sehr weit weg sind. „Das war heute einfach ein Klassenunterschied“, meinte Rechtsaußen Benjamin Horn und zuckte etwas ratlos mit den Schultern. Vier Saisonspiele haben die Lohrer mittlerweile absolviert, ohne einen Punkt geholt zu haben.

Dabei kann man dem Team nicht einmal vorwerfen, dass es nicht gewollt habe. 15 Minuten lang lieferte der Gastgeber dem Titelmitfavoriten einen engagierten Kampf, hielt das Spiel offen. „Das Paradoxe ist, dass sich dann eine Szene, die eigentlich ein Vorteil sein sollte, sich als Nachteil erweist“, merkte Lohrs Trainer Becker an. Er sprach damit die Vorkommnisse aus der 15. Minute an, als Friedbergs Torwart Benjamin von Petersdorff den im Wurfkreis liegenden Lohrer Jannik Schmitt touchierte und die Referees den leicht erregbaren Schlussmann die Rote Karte zeigten.

Ringergriff: Der Friedberger Andreas Dittiger (rechts) attackiert den Lohrer Lukas Horky nicht gerade regelgerecht. Foto: Yvonne Vogeltanz

Verlorene Linie

Die Folge war freilich, dass die Friedberger mit Wut im Bauch eine Schippe drauflegten, während die Hausherren ihre Linie verloren und sich immer wieder an den langen Leuten im Innenblock der Gäste festrannten. Mit der Folge, dass es nach 50 Minuten 13:26 stand. Und hätte Friedbergs Coachs Fadil Kqiku in der Endphase noch einige personelle Experimente gestartet, hätte das Ergebnis sogar noch deutlicher ausfallen können. „Da hat heute eine Bayernliga-Mannschaft mit Tendenz nach oben gegen eine mit Tendenz nach unter gespielt“, so der Lohrer Trainer.

Viel Hoffnung, dass sich Lohrer Situation schlagartig bessert, gibt es derzeit angesichts der personellen Situation nicht. Neben Lorenz Schmitt (Bruch des Handgelenks) fällt nun wohl auch Janis Gremzde (Schulter) länger aus. Ferner fehlte mit Jonathan Born gegen Friedberg ein weiterer Rückraumspieler wegen einer Univeranstaltung. So waren Beckers personelle Alternativen speziell auf den Rückraumpositionen sehr begrenzt, dass irgendwann ein Einbruch auf dem Spielfeld folgen würde, war fast schon zwangsläufig. Derzeit scheint das Team allenfalls in der Lage, gegen Konkurrenten aus der zweiten Tabellenhälfte zu punkten. Möglich, dass die Mannschaft vor ihrer schwierigsten Bayernliga-Saison seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2016 steht.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: S. Hartig (1. – 30.), Szabo (31. – 54), T. Scheiner (54. – 60.) – Zeleny 3/3, L. Scheiner, Seltsam 3, L. Schmitt 2, M. Hartig, Röder, S. Schmitt 4, Horn 3, Gehl 1, Zehnter, Horky 4.

Friedberg: von Petersdorff (1. – 15.), Dorsch (15. – 60.) – Okyere 3, Thiel 3, Loris 1/1, Kaulitz 1, Wiesner, Müller 3, Riesenberger, Tischinger 3, Dittiger 1, Abstreiter 8, Müller 1, Schneider 4.

Schiedsrichter: Fass/Güßregen (Altenfurt).

Zeitstrafen: 3:3.

Rot: von Petersdorff (15., Unsportlichkeit, Friedberg), Horky (53., Lohr, Foulspiel).

Siebenmeter: 3/3 – 2/1.

Zuschauer: 450.

Spielfilm: 3:2 (7.), 5:5 (13.), 5:9 (19.), 8:11 (24.), 8:17 (32.), 11:23 (43.), 13:26 (51.), 16:28 (55.).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Niederlagen-und-Schlappen-Lohr-vor-schweren-Zeiten;art798,10076946

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