Lohrer feiern nach harter Arbeit

TSV Lohr – TSV Haunstetten 27:23 (12:12)

Es wird so langsam wieder zur Gewohnheit, dass die Lohrer Bayernliga-Handballer nach Heimspielen in den Spessarttorhalle Siege feiern, indem sie dem Publikum applaudieren und anschließend wild im Kreis umherhüpfen. So geschehen auch am Samstagabend nach dem Erfolg über Haunstetten, der der fünfte Heimsieg in Folge gewesen war und der das TSV-Team wieder ein Stückchen näher Richtung Klassenerhalt bringt. Die Rückkehr dieser Feierrituale in eigener Halle ist keine Selbstverständlichkeit, schließlich hatten die Lohrer von Januar bis Dezember 2018 elf Monate lang zu Hause kein Punktspiel gewonnen. Doch die Zeiten, in denen die Spessarttorhalle zum Selbstbedienungsladen für Gästeteams mutiert war, scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Vor der Partie hatte es noch ein Ständchen für Josef Karrer gegeben. Für den in der Halle anwesenden Großwallstadter, der in den 70er Jahren als Spielertrainer großen Anteil daran hatte, dass Lohr eine gute Adresse im bayerischen Handball-Landkarte wurde, gab es nachträglich zu seinem 80. Wiegenfest am 3. März ein "Zum Geburtstag viel Glück."

Kaum zu halten: Lohrs Ivan Majic (links), der hier von Haunstettens Florian Zimmerly attackiert wird. Foto: Yvonne Vogeltanz

Nicht ganz so festlich wie ein runder Geburtstag war die spielerische Leistung, die die Hausherren dann im Anschluss boten. "Wir waren irgendwie nicht frei. Der Gegner hat unbelasteter gespielt", merkte Lohrs Trainer Mirko Pesic nach dem schwer erarbeiteten Sieg seiner Mannschaft an.

Sein Kreisläufer Ivan Majic erklärte: "Manchmal spielt man eben schlecht und gewinnt trotzdem. Wichtig ist aber, dass wir überhaupt gewonnen haben." Majic war es gewesen, der vor allem in der ersten Hälfte auf Seiten der Hausherren die Akzente setzte. Wenn Anspiele auf den 22-Jährigen kamen, war der 1,96 Meter große Kreisläufer im Duell mit dem fast einen Kopf kleineren Johannes Wiesner kaum zu halten. Mit sechs Treffern war der Kroate am Ende bester Werfer seiner Mannschaft.

Doch die Gäste hielten das Spiel offen, obwohl sie nur sehr eingeschränkte Wechselmöglichkeiten im Rückraum besaßen. Doch Haunstetten mit seinem umsichtigen Spielmacher Michael Schnitzlein spielte seine vorhandenen Möglichkeiten gut aus. Erst Mitte der zweiten Hälfte setzte sich Lohr etwas ab, als sich Haunstetten binnen drei Minuten drei Zeitstrafen einhandelte und die Gastgeber die Überzahl nutzten.

Im direkten Vergleich vorne

In der Endphase kontrollierte Lohr das Spiel zunehmend, das bis in die letzte Minute höchst intensiv war. Zwar führte der Gastgeber mit vier Toren Differenz, doch es ging auch um den bei Punktgleichheit entscheidenden direkten Vergleich. Da Haunstetten das Hinspiel mit 29:26 gewonnen hatte, wurde bis zum Schlusspfiff um jedes Tor gekämpft. "Wir wussten das mit dem direkten Vergleich und haben zum Glück nichts mehr zugelassen", betonte Lohrs Rückraumspieler Markus Seltsam nach dem 27:23-Sieg, mit dem sein Team nun gegenüber den punktgleichen Haunstettenern im Vorteil ist.

Lob für Schmitt, Röder und Scheiner

Und sein Trainer verteilte trotz der nicht optimalen Leistung Lob an einige Spieler, die in der zweiten Hälfte sein Team auf Kurs hielten. Etwa den beweglichen Spielmacher Jannik Schmitt, den treffsicheren Linksaußen Jakob Röder oder Tom Scheiner, der nach dem Wechsel für Tamas Szabo ins Tor gerückt war und der bei einigen freien Bällen der Gäste sein Können zeigte.

"Wir haben uns das erarbeitet und können es wieder aus eigener Kraft schaffen. In nächsten Wochen wird sich im Abstiegskampf einiges entscheiden", betonte Keeper Scheiner. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass diese Entscheidung mit der wiedergewonnenen Heimstärke zu Gunsten der Lohrer fallen werde.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo (1. – 30.), T. Scheiner (31. – 60.) – Zeleny, Seltsam 1, F. Schmitt 5/3, Röder 3, Gremzde, J. Schmitt 4, Majic 6, Born, Horn 2, Gehl, Zehnter 2, Horky 4.

Haunstetten: Fischer (1. – 30.), Rothfischer (31. – 60.) – Manz 1, Singer 1, Paulik, Wiesner 3, Zimmerly 10/4, Schnitzlein 6, Smotzek, Jankrift 2, Besel, Gaedt.

Schiedsrichter: Langner/Liebsch (Hammelburg).

Zeitstrafen: 7:7.

Siebenmeter: 6/3 – 4/4.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 3:3 (8.), 6:6 (16.), 11:8 (25.), 12:9 (27.), 12:13 (31.), 14:16 (35.), 18:18 (41.), 21:19 (47.), 25:21 (54.).

Quelle: Main-Post

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