Lohrer müssen in die Warteschleife

Es ist zum Verzweifeln: Die Gesten von Lohrs Co-Trainer Gerald Schmitt sprechen Bände. Foto: Martin Rügner

TSV Rothenburg - TSV Lohr 28:24 (15:10)

Als die Partie am letzten Spieltag der Handball-Bayernliga beim TSV Rothenburg mit 24:28 (10:15) verlorengegangen war und die anderen Ergebnisse aus den anderen Hallen eintrudelten, wurde den Lohrer Beteiligten klar, was das eigene Ergebnis bedeutete: Die Runde ist zwar vorbei, das TSV-Team Zehnter, doch in welcher Klasse die Mannschaft in der kommenden Saison spielt, ist nicht klar. Die Lohrer müssen nun auf den in die Aufstiegsrelegation einsteigenden Bayernliga-Meister HSC Bad Neustadt hoffen. Schaffen die Rhöner den Sprung in die Dritte Liga, sind die Lohrer gerettet. Steigt der HSC nicht auf, müssen die Lohrer in die Landesliga. Für sie kann die Zeit der Ungewissheit lange dauern, denn die Relegation kann sich im ungünstigen Fall bis Anfang Juni erstrecken.

Während die Rothenburger Anhänger nach dem Abpfiff ihre Mannschaft feierten, obwohl diese trotz des Sieges abgestiegen war, machte Gästetrainer Mirko Pesic seinem Ärger Luft. Der traf nicht nur das oberfränkische Schiedsrichtergespann ("Die sollen etwas anderes machen, aber nichts, was mit Handball zu tun hat."), sondern auch die eigene Mannschaft. Denn die hatte in dieser so wichtigen Partie, in der den Lohrern ein Unentschieden zum Klassenerhalt gereicht hätte, vieles vermissen lassen. "Was die Jungs hier abgeliefert haben, war peinlich", bemerkte der 60-Jährige nach seinem letzten Spiel als Lohrer Coach.

Denn abgesehen von der Phase nach der Pause, als der Gast vor 650 Zuschauern einen Fünf-Tore-Rückstand zum 21:21 ausglich, wirkte Pesics Mannschaft nicht wie ein Team, das sich mit aller Macht gegen den Abstieg stemmt. "Wir hatten keinen Zugriff auf das Spiel. Woran das lag, keine Ahnung", meinte ein ratloser Außenspieler Ferdinand Schmitt, der in Rothenburg ebenso wie die scheidenden Bohuslav Zeleny, Janis Gremzde und Ivan Majic sein letztes Spiel für die erste Lohrer Mannschaft bestritt.

Die Gastgeber, die schon vor dem Anpfiff eine nur marginale Chance auf den Klassenerhalt besessen hatten, waren durchsetzungsstärker im Angriff und packten konsequenter in der Abwehr zu. Zudem hatten sie in Gestalt von Bartek Pawlak ein Plus auf der Torhüterposition, der Pole hielt drei Lohrer Siebenmeter-Strafwürfe sowie eine Reihe von freien Bällen. Dabei hatten die Hausherren ihren Topwerfer Ivan Scaramuca, dessen Wechsel zum Bayernliga-Aufsteiger TG Heidingsfeld vor der Partie unter lautstarken Pfiffen des Publikums verkündet worden war, keine Sekunde auf dem Feld gehabt.

Enttäuschung und Ratlosigkeit

Am Ende war in den Gesichtern der Lohrer Spieler eine Menge Enttäuschung und Ratlosigkeit zu erkennen. Schließlich stehen für sie Wochen des Bangens an. Und nicht zuletzt erschwert die ungewisse sportliche Situation den Verantwortlichen die Planungen für die neue Runde. So ist beim TSV der Nachfolger von Mirko Pesic immer noch nicht gefunden. Abteilungsleiter Matthias Hartmann wollte Vermutungen, dass der frühere Lohrer Spieler Maximilian Schmitt, dessen Vertrag beim Bayernliga-Meister HSC Bad Neustadt nicht verlängert worden war, neuer Trainer werden solle, allerdings nicht bestätigen.

Ein anderer früherer Lohrer wird dagegen definitiv nicht zurückkehren. Maximilian Wirth, Rückraumspieler vom Bayernligisten DJK Rimpar II, war zwar in Rothenburg in der Halle, machte aber klar: "Ich bleibe in Rimpar. Da habe ich die beste Saison meines Lebens gespielt und außerdem die Gelegenheit, mit der Zweitliga-Mannschaft zu trainieren."

U. Sommerkorn

Statistik

Rothenburg: Pawlak, Amann (1 Siebenmeter), Vorlaufer (n. e. ) – Schemm 1, Wurst 1, Kulas, Gluhak 1, Schmidt 1, Ehrlinger 2, Kister 5, Jasarevic 8/3, Scaramuca (n. e.), Stojianov 8, Krauter 1.

Lohr: Szabo (1. – 19., 52. – 60.), T. Scheiner (19. – 52.) – Zeleny 4/2, Seltsam, F. Schmitt 3, Röder 2, Gremzde, J. Schmitt 4/2, Majic 4, Born, Horn 2, Gehl, Zehnter 2, Horky 3.

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees).

Zeitstrafen: 4:5.

Siebenmeter: 5/3 – 7/4.

Zuschauer: 650.

Spielfilm: 2:3 (6.), 8:4 (17.), 9:6 (18.), 13:7 (24.), 18:13 (37.), 19:17 (41.), 21:21 (47.), 26:21 (54.).

Quelle: Main-Post

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