Sven Hartig wartet auf seine Chance

19.10.17

Sven Hartig

Sven Hartig

Foto: A. Röder

Der Schatten, in dem Sven Hartig im bisherigen Verlauf der Saison gestanden ist, fällt ziemlich lang. Der einzige Neuzugang, der vor der Saison zum Handball-Bayernligisten TSV Lohr gestoßen, spielt als Torwart nämlich auf der selben Position wie sein Kollege Tamas Szabo, der am Samstag beim 22:22 beim Derby in Waldbüttelbrunn eine herausragende Vorstellung gezeigt hatte. Doch obwohl Sven Hartig am Wochenende keine Einsatzzeiten bekam, gibt sich der 22-Jährige locker und gelöst: „Ich bin sicher, dass ich meine Spielzeiten noch kriege. Schließlich weiß ich, was ich kann.“

63 Prozent gehaltene Bälle

Was Sven Hartig drauf hat, durften die Zuschauer in der Spessarttorhalle am ersten Oktober-Wochenende bewundern. Da hatten die Lohrer den Meisterschaftsfavoriten TSV Friedberg zu Gast. Nach 20 Minuten lagen die Hausherren mit 6:10 zurück, und Sven Hartig kam für einen Siebenmeter für Tamas Szabo zwischen die Pfosten. Der Eingewechselte hielt den Strafwurf – und anschließend noch viele Bälle mehr. Aus dem Rückstand wurde am Ende ein 21:18-Sieg – nicht zuletzt dank der Vorstellung des Keepers.

Lohrs Trainer Bernd Becker kommentierte die Leistung seines Schlussmanns, der in der Partie gegen Friedberg 63 Prozent der Würfe auf sein Tor gehalten hatte, schlichtweg mit dem Wort: „Wahnsinn!“ Eine Woche später in Waldbüttelbrunn hatte Sven Hartig dann wieder die Zuschauerrolle auf der Auswechselbank inne – Torhüterschicksal. Hartig jedoch nimmt seine Rolle an und sagt: „Ich fühle mich wohl hier.“

Der 22-Jährige, der ein duales Studium zum Mechatroniker absolviert, stammt aus Lohr, hat aber schon einige sportliche Stationen hinter sich. In der Jugend spielte er für den HSC Bad Neustadt, dann wechselte er zum TSV Partenstein in die Landesliga, wo als 19-Jähriger schon seine Möglichkeiten andeutete und als sehr junger Spieler bereits in der Verantwortung war. Nach dem Rückzug der Spessarter in die Bezirksoberliga spielte er für die HSG Kahl/Kleinostheim (Oberliga Hessen) und den Drittligisten TV Gelnhausen, wo er allerdings meist in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam. Dann folgte die Rückkehr nach Lohr: „Ich bin hierher zurückgekommen, um dauerhaft auf Oberliga-Niveau zu spielen“, sagt Sven Hartig, der den Theorie-Teil seines Studiums in Aschaffenburg absolviert, die Praxis indes in Lohr.

Familiäre Bande

Mit seinem alten und neuen Verein verbinden ihn zudem familiäre Bande. Seine jüngeren Brüder Marc und Nigg spielen ebenfalls für den TSV – allerdings noch nicht in der ersten Mannschaft. Jedoch ist es gut möglich, dass der Name Hartig künftig im Aufgebot des Bayernliga-Teams noch häufiger auftaucht.

Zunächst gibt erst erst einmal nur einen Hartig im Lohrer Bayernliga-Team – und der hört auf den Namen Sven. Und wohl Tamas Szabo zuletzt in Waldbüttelbrunn brilliert hatte, könnte sein jüngerer Kollege am Samstag gegen den VfL Günzburg (Anwurf 19.30 Uhr, Spessarttorhalle) durchaus zum Zuge kommen. Sein Coach hatte jedenfalls nach dem jüngsten Derby verkündet: „Ich habe zwei sehr starke Torhüter.“ Und ferner hat Bernd Becker bewiesen, dass eine gute Leistungen in der vorangegangenen Begegnung eine Einsatzgarantie für die nächste bedeutet.

U. Sommerkorn

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Selbstbewusstsein-Torhueter-Sven-Hartig-wartet-auf-seine-Chance;art798,9775103#paywallanchor

© Main-Post 2017

Das Lohrer Heimspiel am Samstag

TSV Lohr – VFL Günzburg (Samstag, 19.30 Uhr, Spessarttorhalle)

Dass der samstagstägliche Gast des TSV Lohr (6./5:5) ein ehemaliger Bundesligist ist, mag Handball-Historiker begeistern. Gleichwohl sind die besten Zeiten des VFL Günzburg (3./8:2), der von 1980 bis 1984 im deutschen Oberhaus und 1981 im europäischen Pokalsieger-Wettbewerb spielte, schon einige Zeit her. Danach folgten lange Jahre in der Unterklassigkeit.

So wurde ein 2016 nach dem Bayernliga-Aufstieg formulierter Drei-Jahre-Plan, nach dem die Schwaben 2019 um den Drittliga-Aufstieg mitspielen wollen, mancherorts eher belächelt, zumal Günzburg in der Vorsaison dem Abstieg knapp entronnnen ist. Betrachtet man diese Runde, erscheint das ambitionierte Günzburger Vorhaben, nicht mehr ganz so abenteuerlich. Der VfL, der sich mit Rückraumwerfer Manuel Scholz (TSV Friedberg) verstärkt hat, hat sich sportlich weiterentwickelt und in den ersten fünf Saison-Partien noch nicht verloren. Lohrs Trainer Bernd Becker zollt dem Gegner Respekt: „Günzburg spielt unspektakulär, aber effektiv. Die Mannschaft hat bislang kaum Fehler gemacht.“

Fehler kann übrigens er auch selbst kaum machen – zumindest, was die Aufstellung im Rückraum betrifft. Denn mit Markus Seltsam (Bruch des Mittelhandknochens), Lorenz Schmitt (Kreuzbandriss) und Jonathan Born (Riss des Außenbandes) fallen drei Akteure aus, die in der Aufbaureihe spielen. Immerhin ist Born wieder ins Training eingestiegen, ein Einsatz käme für ihn aber zu früh. So werden im Rückraum wohl wieder Bohuslav Zeleny, Janis Gremzde und Lukas Horkly wieder viele Spielanteile erhalten.

U. Sommerkorn

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