Tamas Szabos Fuß rettet den Lohrer Derbysieg

01.03.20

Gefeierter Mann: Lohrs Physiotherapeut Benedikt Schmitt beglückwünscht Torhüter Tamas Szabo (hinten rechts), der in der Schlussminute den entscheidenden Siebenmeter pariert hat. Foto: Yvonne Vogeltanz

Warum TSV-Spielertrainer Maximilian Schmitt trotz des Derbyerfolgs über die Rimparer Reserve nach dem Abpfiff finster dreinblickt.

TSV Lohr – SG/DJK Rimpar II 25:23 (12:12)

Nein, wie einer, der gerade ein Derby gewonnen hatte, wirkte Maximilian Schmitt nach dem Abpfiff nun wahrlich nicht. Der Spielertrainer des TSV Lohr gab nach dem 25:23-Heimerfolg seines Teams über die SG/DJK Rimpar II im Halleninterview zu Protokoll, dass eigentlich die Gäste den Sieg verdient gehabt hätten. Und auch noch wenige Minuten nach seinem öffentlichen Statement blickte der 28-Jährige ziemlich finster drein. "Bei uns hat alles gefehlt. Einstellung, Ballsicherheit, Zweikampfverhalten", zog Schmitt für sein Team ein wenig schmeichelhaftes Fazit des unterfränkischen Duells. Auch für das Auftreten seines TSV fand er kein gutes Wort: "Wir haben ständig untereinander oder mit den Schiedsrichterinnen diskutiert. Ich habe nicht gedacht, dass wir noch einmal so einen Auftritt hinlegen."

Gewonnen hatte seine Mannschaft aber dennoch. "Bei Lohr läuft es diese Saison einfach. Da gewinnst du eben auch so ein Spiel", stellte Maximilian Wirth, aus Lohr stammender Rückraumspieler im Rimparer Trikot, ernüchtert fest. Seine Mannschaft hatte wie häufig in dieser Saison mit dem Gegner gut mitgehalten und am Ende zum wiederholten Mal ein knappes Spiel verloren. "Das war am letzten Spieltag gegen Regensburg schon genauso. Und jetzt wieder", meinte Wirth frustriert. Irgendwie scheint bei seinem Team, das auf dem vorletzten Tabellenplatz der Bayernliga in akuter Abstiegsgefahr schwebt, immer wieder der selbe Film abzulaufen.

In Lohr ließ die Rimparer Reserve, die in Felix Karle einen Akteur aus dem Zweitliga-Kader der ersten Mannschaft dabei hatte, die Gastgeber in einer hektischen Partie niemals davonziehen. Schön war die Begegnung aber sicher nicht: Technischer Fehler, zahlreiche Zeitstrafen und große Hektik prägten das Bild. Schließlich musste in der zweiten Hälfte auch noch Lohrs Kapitän Lukas Horky mit Rot vom Feld, der Gästeakteur Luis Franke bei einer Abwehraktion im Gesicht erwischt hatte.

Ehemaliger Teamkollege im Anflug: Rimpars Maximilian Wirth (rechts) im Duell mit dem Lohrer Jonathan Born. Foto: Yvonne Vogeltanz

Jener Luis Franke, erst kürzlich vom abgemeldeten Bayernligisten TG Heidingsfeld nach Rimpar gewechselt, war dann auch Hauptdarsteller in der letztlich entscheidenden Situation. 30 Sekunden vor dem Ende entschieden die Schiedsrichterinnen beim Stand von 24:23 für Lohr auf Siebenmeterstrafwurf für die Gäste. Franke nahm sich den Ball, schritt zur Strafwurflinie, doch mit seinem Wurf scheiterte er am Fuß des ihm entgegenspringenden Lohrer Keepers Tamas Szabo.

"Ich bin schon groß. Aber ich habe mich eben noch ein bisschen größer gemacht. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft damit helfen konnte", erklärte der 1,93 Meter messende Lohrer ungarische Schlussmann der Gastgeber und wirkte dabei deutlich besser gelaunt als anschließend sein Trainer.

Der führte aus, dass er sich bis zum kommenden Wochenende einige Gedanken machen werde. Dann fahren er und sein Team zur Reserve des TuS Fürstenfeldbruck, die in Konkurrenz mit Rimpar II und dem SV Anzing gegen den Abstieg spielt. Wahrscheinlich wird sich nur eine Mannschaft aus diesem Trio retten. Man sei es den Rimparern schuldig, sich richtig reinzuhängen, machte Maximilian Schmitt klar. "Ich will nicht wieder nach Anzing fahren", versicherte der Lohrer Spielertrainer. Was den Schluss nahelegt, dass er sich trotz aller von ihm geäußerten Kritik auf weitere Duelle mit der Rimparer Reserve zu freuen scheint.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo (1. – 50., 56. – 60.), T. Scheiner (50. – 56.) – Seltsam 7, M. Schmitt 4, Wunn, N. Hartig (n. e.), J. Scheiner, J. Schmitt 3, Prieto 4, Born 1, Horn 3/2, Gehl, Zehnter, Horky 3.

Rimpar: Leikauf, Thumm (n. e.) – Weber (n. e.), Fischer 2, Tischer (n. e.), Keidel, Mohr 2, Karle 5, Gräsl 2, Scheler-Eckstein, Wirth 2, Weinhardt 2, Franke 6/2, Dürr 2/2.

Schiedsrichterinnen: Kleinhenz/Wenzke (Garitz).

Zeitstrafen: 4:7.

Rot: Horky (42., Lohr, Foulspiel).

Siebenmeter: 4/2 – 6/4.

Zuschauer: 550.

Spielfilm: 2:2 (6.), 6:6 (16.), 9:7 (20.), 10:11 (25.), 15:12 (34.), 15:15 (37.), 17:15 (41.), 22:19 (51.), 24:23 (57.).

Quelle: Main-Post

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