Ein „Rot-Gelber im Herzen“ feiert runden Geburtstag!

21.06.21

Unser langjähriges Vereinsmitglied Ernst Weber wird am morgigen Mittwoch 80 Jahre alt.

Ernst Weber wurde am 22.06.1941 als zweiter Sohn der Eltern Ida und Kurt Weber in Festenberg/Schlesien geboren. Die Familie war als Land- und Gastwirte sehr angesehen. Gemeinsam mit dem älteren Bruder Gerd (Jahrgang 1939) und den Eltern musste man im Januar 1945 vor der heranrückenden Roten Armee flüchten. Bei minus 20 Grad auf Pferdewagen unterwegs hauste man in verlassenen Scheunen und leeren Häusern. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Festenberg zurück, doch das eigene Haus war inzwischen besetzt. Im Herbst 1946 wurde die ganze Familie aus Schlesien vertrieben. Mit Güterzügen kamen die Webers über Bautzen nach Lutherstadt Eisleben. In einer kleinen Ortschaft, namens Räther, wurde man bei einem Großbauern aufgenommen. Seine Schulzeit verbrachte Ernst in der 1949 gegründeten DDR. Nachdem die Großeltern verstorben waren, entschieden sich die Eltern zu einem Ortswechsel. Bei einem Schlesiertreffen in Stuttgart lernte man die Familien Freitag und Strietzel aus Lohr-Sendelbach kennen, die versprachen, eine Wohnung und Arbeit zu beschaffen. An Weihnachten 1957 flüchtete die Familie dann aus der DDR. Über mehrere Flüchtlingslager erreichte man schließlich im Februar 1958 per Zug Lohr am Main.

Die ersten Kontakte zum Sport in der neuen Heimat hatte Ernst beim Tischtennisspielen. Hier fragte man ihn, was er beruflich werden möchte. Die Antwort war: „Ich werde das, was man mir anbietet!“. In der Heil- und Pflegeanstalt begann er 1958 eine Lehre als Schlosser. Bereits nach kurzer Zeit animierte ihn sein Lehrlingskollege Peter Kirmair, doch mal zum Jugendhandballtraining in der alten Turnhalle am Schwimmbad vorbei zu schauen. Ernst gefiel der Sport und er fand dort Freunde fürs Leben. So blieb er bei den Handballern. Nach einer verkürzten Ausbildung bot man ihm eine Stelle als Dreher bei der Firma Hunger an, die er am 01.10.1960 antrat. Nach dem Wehrdienst in Wildflecken begann Ernst eine Weiterbildung am Polytechnikum in Schweinfurt, die er nach zwei Jahren erfolgreich als geprüfter Maschinenbautechniker abschloss. Nach dem Studium arbeitete er in verschiedenen Abteilungen der Firma Hunger, wo er im Vertrieb in verantwortlichen Positionen aktiv war, eher er nach 48 Jahren in den Ruhestand ging. Dies hielt Ihn aber nicht davon ab, auch nach seiner beruflichen Karriere noch in beratender Funktion für die Fa. Hunger aktiv zu sein.

Der Sport spielte im Leben von Ernst immer eine sehr große Rolle, ob Handball, Tennis oder Tischtennis. Beim Handballpfingstturnier lernte er seine Frau Ingrid kennen, eine sehr gute Handballerin aus Bad Neustadt. So erstaunt es nicht, dass auch die beiden Kinder Jutta und Jochen aktiv Handball und Tennis spielten. Im Jahr 1998 machte unser Jubilar eine mehrwöchige Radtour entlang der deutschen Grenze, gut betreut von seiner Frau mit einem Wohnmobil. Am Ende der Tour waren es ca. 4800 km. Seit dem 01.03.1958 ist Ernst Weber Mitglied beim TSV Lohr. Vier Jahre fungierte er als aktiver Tischtennisspieler und Jugendtrainer. In der Tennisabteilung spielte er von 1978 – 1995 in verschiedenen Mannschaften, organisierte 11 Jahre das Alfred Stumpf Turnier, war 15 Jahre Platzwart. Für den Hauptverein fungierte er ehrenamtlich über 25 Jahre als Sportabzeichen Prüfer. Doch seine größte Leidenschaft waren und sind die Lohrer Handballer – die „Rot-Gelben“. Sie sind noch immer seine Herzensangelegenheit. Seit nunmehr 63 Jahren ist er bis zum heutigen Tag in verschiedensten Funktionen tätig – für keine Arbeit war er sich je zu schade. Zwanzig Jahre war Ernst aktiver Spieler in der ersten Männermannschaft, sportliche Erfolge unter anderem der Aufstieg in die Verbandsliga 1975 und ein Jahr später in die Bayerische Oberliga. Parallel fungierte er als Trainer/Betreuer. Unter ihm trainierten spätere Handballgrößen wie Bernd „Rossi“ Zehnter, Torhüter Mike End oder Manni Wirth.

Am Wechsel von Nationalspieler Josef Karrer vom TV Großwallstadt zum TSV Lohr zur Saison 73/74 hatte er maßgeblichen Anteil. Im Jahr 1968 gründete er eine Damenhandballmannschaft, die er über 10 Jahre trainierte. Des Weiteren organisierte Ernst zahlreiche Veranstaltungen/Feste, unter anderem die legendären Sommernachtsfeste in der alten Festhalle, Feiern zum 50. und 75. Vereinsjubiläum, Weihnachtsfeiern und ein Nostalgietreffen im Jahr 2015 auf der Franziskushöhe, bei dem viele Weggefährten aus der langen Handballgeschichte zusammenkamen. Bis zum heutigen Tag hilft er in der Abteilung, wo er gebraucht wird. So ist Ernst Mitglied im Sportbeirat der Herrenmannschaft. Zusammen mit Herrmann Pressler koordiniert er das Tippspiel bei den Heimspielen. Und privat hält er sich durch seine täglichen Spaziergänge fit. Oder er verbringt gerne einige Wochen an der Ostsee, die es ihm ebenfalls angetan hat. Wenn man den Ernst heute erlebt, mag man gar nicht glauben, dass er schon seinen 80. Geburtstag feiert.

An dieser Stelle möchten wir Lohrer Handballer unserem Ernst zu seinem Ehrentag alles Gute wünschen, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Wir sagen vielen, vielen DANK für die unzähligen Verdienste rund um die Handballabteilung und hoffen, dass er uns noch lange fit und gesund erhalten bleibt.

  • Meister der A-Klasse 1968

    Meister der A-Klasse 1968

    obere Reihe: Abteilungsleiter R. Bergmann, G. Weber, H. Fooke, H. Bergmann, Fr. Roth, E. Weber, H. Amann; untere Reihe: S. Schmitt, P. Bangert, H. Heisig, B. Hübner, O. Heine, W. Volkening

  • Ernst Weber in Aktion

    Ernst Weber in Aktion

  • Bayer. Oberliga 1976/77

    Bayer. Oberliga 1976/77

    obere Reihe: Betreuer H. Fooke, E. Weber (3), H. Bergmann (46), K. Ruf (23), Sepp Karrer (123 Tore und Torschützenkönig der Bayer. Oberliga, J. Jänisch (14), D. Denadija (5), Betreuer Ass. H. Leuser, Abteilungsleiter K. Roth: untere Reihe: P. Schmitt (5), Fr. Roth (60), O. Heine, A. Eich, D. Heß (44), L. Schubert (2); es fehlen: W. Reidelbach (1), P. Bangert und J. Klöckes

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