Bernd Becker kehrt nach Lohr zurück – und könnte seinem Ex-Klub Ärger bereiten 

Der frühere TSV-Coach fühlt sich seinem ehemaligen Verein immer noch sehr verbunden.

Und freut sich daher auf das Gastspiel in der Spessarttorhalle mit seinem Rothenburger Team.

Foto: Heiko Becker | War sechseinhalb Jahre lang Trainer beim TSV Lohr: Bernd Becker gastiert am Samstagabend als Coach des TSV Rothenburg in der Spessarttorhalle.

Keiner war in diesem Jahrtausend länger Trainer der ersten Handball-Mannschaft des TSV Lohr (7. Platz/4:8 Punkte) als Bernd Becker. An diesem Samstag, 22. September, kehrt der Höchberger zurück in die Spessarttorhalle – als Coach des TSV Rothenburg (4./6:4), der in der Bayernliga-Vorrunde am Main gastiert (Anwurf 19.30 Uhr). "Ich freue mich wahnsinnig", gibt der 53-Jährige vor dem Gastspiel bei seinem Ex-Verein zu.

Von 2006 bis 2009 und dann von 2015 bis Oktober 2018 stand Becker als Trainer beim TSV Lohr an der Seitenlinie. Von seinem Rücktritt im Oktober 2018, zu dem er sich nach sechs verlorenen Spielen in Folge entschlossen hatte, seien keine Verletzung zurückgeblieben: "Natürlich hat es erst einmal weh getan", sagt er rückblickend. "Aber letztlich war es ein Schritt im Sinne der Mannschaft, um noch einmal einen Impuls zu geben." Und es habe ja funktioniert, sagt Becker. Schließlich schafften die Lohrer unter seinem Nachfolger Mirko Pesic den Klassenerhalt.

Bernd Becker, daran lässt er keinen Zweifel, liegt der TSV Lohr immer noch am Herzen, er hat dort Freunde und Menschen, denen er sich verbunden fühlt. Und dennoch könnte er mit einem Sieg durch sein Rothenburger Team dafür sorgen, dass sein Ex-Verein Richtung Abstiegsrunde schlittert. Eine Vorstellung, die ihm nicht so recht behagt: "Ich bin da wirklich etwas zwiegespalten", gibt er zu.

Trotz dieser Gedanken überwiegt die Vorfreude. Schließlich erinnert er sich an viele packende Vergleiche zwischen den beiden Teams in der Vergangenheit: Etwa, als Becker in seiner ersten Amtszeit in Lohr nach einem Sechs-Tore-Rückstand noch in Rothenburg siegte. Oder auch, als er sich am letzten Spieltag bei den Mittelfranken in der Saison 2017/18 den Klassenerhalt sicherte.

Seit 2019 ist der Höchberger in Rothenburg tätig, er hatte die Mittelfranken nach ihrem Abstieg in die Landesliga übernommen. Viele prophezeiten seinem Team eine schnelle Rückkehr in die Bayernliga, doch daraus wurde nichts. Erst eine verkorkste Landesliga-Saison, dann ein früher Rundenabbruch wegen Corona. "Wir mussten einen etwas längeren Anlauf nehmen und mehr umbauen, als wir zunächst angenommen hatten", sagt er rückblickend. Zum Umbau des Teams zählte auch der Umstand, wieder mehr auf heimische Spieler zu setzen. Letztlich mit Erfolg: Als Meister der Landesliga Nord stiegen Beckers Rothenburger im Frühjahr 2022 in die Bayernliga auf.

Nach der Teilung der Klasse in eine Nord- und eine Südgruppe sagten viele den Rothenburgern eine schwere Saison vorher, wurde doch ihre Staffel, aus der die letzten vier von acht Teams in eine Abstiegsrunde müssen, als äußerst stark eingeschätzt. Doch derzeit stehen die Mittelfranken in der Tabelle vor dem TSV Lohr.

Lockerheit als Erfolgsrezept?

Ein Grund könnte in der Lockerheit liegen, mit der die Rothenburger die Sache derzeit angehen und anders als die zu Saisonbeginn personell verstärkten Lohrer keinen Rucksack an Erwartungen mit sich herumtragen: "Wir freuen uns einfach, dass wir wieder in der Bayernliga sind", sagt der Coach. Und weil es am Samstag nach Lohr geht, ist die Freude bei ihm noch einmal größer.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post

Die Lage beim TSV Lohr

Gut vorbereitet auf den TSV Rothenburg sieht Maximilian Schmitt sein Team. "Wir wissen, was auf uns zukommt", sagt der Spielertrainer des TSV Lohr vor dem Rothenburger Gastspiel am Samstagabend. Gegen den starken Rückraum der Mittelfranken brauche es vor allem eine konzentrierte Abwehrleistung. Schmitt selber sieht sich nach seiner Coronainfektion in der Vorwoche als wieder einsatzfähig, dagegen steht hinter dem Einsatz von Kreisläufer Franziskus Gerr, der an Grippe erkrankt war, ein dickes Fragezeichen. Möglicherweise rücken auch Spieler aus der zweiten Mannschaft ins Aufgebot.

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